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Konzern-Einkäufer im B2B-Verkauf überzeugen: Strategien für erfolgreiche Verkaufsgespräche

Konzern-Einkäufer überzeugen: 7 Strategien für B2B-Verkäufer

Konzern-Einkäufer im B2B-Verkauf überzeugen: Strategien für erfolgreiche Verkaufsgespräche

Konzern-Einkäufer überzeugen: 7 Strategien für B2B-Verkäufer

Konzern-Einkäufer im B2B-Verkauf überzeugen: Strategien für erfolgreiche Verkaufsgespräche

Konzern-Einkäufer überzeugen: 7 Strategien für B2B-Verkäufer

Kennen Sie das? Sie sitzen im Besprechungsraum eines Grosskonzerns. Der Kaffee ist lau, die Stimmung frostig, und Ihr Gegenüber trägt einen Einkaufsbadge, der aussieht wie ein Abzeichen für «Kosten senken um jeden Preis».

Mir ist genau das passiert. Ich wollte mit einem neuen Kunden ins Gespräch kommen, grosses Potenzial, spannende Zusammenarbeit. Während ich von unserem Angebot erzählte, unterbrach mich mein Gegenüber trocken: «Haben Sie eine Excel-Kalkulation? Ohne Zahlen reden wir nicht weiter.»

In diesem Moment wurde mir klar: Konzern-Einkäufer funktionieren nach völlig anderen Regeln als die Entscheider, mit denen ich sonst spreche. Und wenn Sie im B2B-Verkauf mit Konzernen zu tun haben, müssen Sie diese Regeln verstehen. Sonst scheitern Sie nicht am Produkt, sondern an der Kommunikation.

In diesem Artikel zeige ich Ihnen, wie Sie Konzern-Einkäufer erfolgreich überzeugen, welche Denkweisen diese Menschen antreiben und wie Sie sich strategisch auf diese Gespräche vorbereiten. Sie erfahren konkrete Techniken aus meiner 20-jährigen Praxis im B2B-Vertrieb, die Ihnen helfen, auch die härtesten Verhandlungspartner für sich zu gewinnen.

Die unsichtbare Wand: Warum Konzern-Einkäufer anders ticken

Konzern-Einkäufer sind nicht Ihre Feinde. Sie haben einfach einen anderen Job als Sie. Während Sie verkaufen wollen, müssen sie Risiken minimieren, Prozesse einhalten und Budgets verteidigen.

Das bedeutet konkret: Diese Menschen haben oft keinen emotionalen Bezug zu Ihrem Produkt. Sie managen nicht Lösungen, sondern Compliance, Total Cost of Ownership und Lieferantenrisiken. Ihr Erfolg wird nicht daran gemessen, wie innovativ eine Lösung ist, sondern daran, wie gut sie ins System passt.

Ein Beispiel aus meiner Praxis: Ich hatte einmal ein Gespräch mit der Leiterin des strategischen Einkaufs eines DAX-Konzerns. Brillante Frau, top ausgebildet, absolut kompetent. Und doch sagte sie mir nach 20 Minuten: «Herr Selzer, ich verstehe den Mehrwert Ihrer Lösung. Aber ich kann das meinem Vorstand nicht verkaufen, wenn die Zahlen nicht stimmen.»

Das war der Moment, in dem ich lernte: Sie verkaufen nicht an den Menschen, Sie verkaufen durch den Menschen in ein System hinein. Und dieses System hat Regeln, Prozesse und Kennzahlen, die Sie kennen müssen.

Der Unterschied zwischen Entscheidern und Gatekeepern

Hier kommt noch ein wichtiger Punkt: Nicht jeder Einkäufer ist ein Entscheider. Viele sind Gatekeeper, die den Zugang zu den wirklichen Entscheidern kontrollieren. Ihre Aufgabe ist es nicht, Ja zu sagen, sondern Nein zu sagen, um ihr Unternehmen zu schützen.

Fragen Sie sich also: Sitze ich gerade einem Entscheider oder einem Gatekeeper gegenüber? Die Antwort bestimmt Ihre gesamte Strategie. Mit einem Gatekeeper müssen Sie anders kommunizieren als mit einem Entscheider, der tatsächlich die Befugnis hat, einen Vertrag zu unterschreiben.

Die Sprache der Zahlen: Warum Excel wichtiger ist als Emotionen

Im klassischen Verkauf erzählen wir gerne Geschichten. Wir wecken Emotionen, malen Visionen und schaffen Begeisterung. Im Konzern-Verkauf funktioniert das nur bedingt.

Natürlich brauchen auch Konzern-Einkäufer eine Vision. Aber sie brauchen vor allem harte Fakten, messbare Ergebnisse und belastbare Zahlen. Sonst können sie intern nicht argumentieren.

So sprechen Sie die Sprache der Konzern-Einkäufer

Bereiten Sie sich doppelt gut vor. Das bedeutet:

Erstens: Zahlen, Zahlen, Zahlen. Total Cost of Ownership, ROI-Berechnungen, Payback-Perioden. Alles, was sich in einer Excel-Tabelle darstellen lässt, verschafft Ihnen Glaubwürdigkeit.

Zweitens: Referenzen und Case Studies. Zeigen Sie, dass andere Konzerne mit Ihrer Lösung erfolgreich waren. Noch besser: aus der gleichen Branche, mit ähnlichen Herausforderungen.

Drittens: Risikominimierung. Sprechen Sie an, welche Risiken Ihr Angebot minimiert. Compliance-Risiken, Lieferkettenrisiken, Reputationsrisiken. Das sind die Themen, die Einkäufer nachts wach halten.

Ein konkretes Beispiel: Statt zu sagen «Unser Training macht Ihre Verkäufer besser», sagen Sie: «Unternehmen X hat durch unser Training die Abschlussquote um 23 Prozent gesteigert und die Onboarding-Zeit neuer Mitarbeitender um 40 Prozent verkürzt. Das entspricht einer Einsparung von Y Euro pro Jahr.»

Merken Sie den Unterschied? Das eine ist eine Behauptung, das andere ist ein Argument.

Frame Control: Wer den Rahmen hält, führt das Gespräch

Oren Klaff schreibt in seinem Buch «Pitch Anything» über ein Konzept namens Frame Control. Die Idee ist einfach: In jedem Gespräch gibt es einen Frame, einen Rahmen, der bestimmt, wer die Kontrolle hat.

Konzern-Einkäufer sind Meister darin, den Frame zu setzen. Sie unterbrechen Sie, stellen Forderungen, drücken auf den Preis. Das ist nicht unhöflich, das ist ihre Strategie.

Ihre Aufgabe ist es, Ihren eigenen Frame zu halten. Das bedeutet nicht, aggressiv zu sein. Es bedeutet, ruhig und selbstbewusst bei Ihrem Wert zu bleiben.

Praktische Techniken für Frame Control

Technik 1: Die Unterbrechung umlenken. Wenn der Einkäufer Sie unterbricht, sagen Sie: «Ich verstehe Ihre Frage. Lassen Sie mich den Gedanken kurz zu Ende führen, dann gehe ich genau darauf ein.»

Technik 2: Die Preisfrage verschieben. Wenn der Einkäufer sofort nach dem Preis fragt, sagen Sie: «Gute Frage. Um Ihnen eine sinnvolle Antwort zu geben, muss ich zuerst verstehen, welche Anforderungen Sie haben. Dann kann ich Ihnen ein passendes Angebot machen.»

Technik 3: Den Wert vorher etablieren. Sprechen Sie nie über den Preis, bevor Sie den Wert klargemacht haben. Erst wenn Ihr Gegenüber versteht, was er bekommt, kann er den Preis einordnen.

Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem Einkäufer, der mich in den ersten fünf Minuten dreimal nach dem Preis fragte. Ich blieb ruhig und sagte: «Ich verstehe, dass das Budget wichtig ist. Aber ich möchte sicherstellen, dass wir über die richtige Lösung sprechen. Geben Sie mir noch zehn Minuten, dann wissen Sie genau, was Sie bekommen, und wir können über Investitionen sprechen.»

Er willigte ein. Und am Ende unterschrieb er, weil er den Wert verstanden hatte.

Denkmuster erkennen: Weg-von oder Hin-zu?

Hier kommt ein psychologischer Trick, der Ihre Gespräche mit Einkäufern transformieren kann: Menschen haben unterschiedliche Motivationsmuster. Manche sind «Hin-zu»-Menschen, die von Visionen und Zielen motiviert werden. Andere sind «Weg-von»-Menschen, die Probleme vermeiden wollen.

Konzern-Einkäufer sind häufig «Weg-von»-Menschen. Sie wollen Risiken vermeiden, Fehler verhindern, Probleme eliminieren. Wenn Sie das erkennen, können Sie Ihre Argumentation anpassen.

So erkennen Sie das Denkmuster

Hören Sie auf die Sprache Ihres Gegenübers. Sagt jemand ständig «Wir müssen vermeiden, dass...» oder «Das Risiko ist...» oder «Wir dürfen nicht...»? Dann haben Sie einen «Weg-von»-Menschen vor sich.

Argumentieren Sie dann nicht mit Visionen, sondern mit Verlustvermeidung. Zeigen Sie, welche Probleme Ihre Lösung verhindert. Sprechen Sie über Risiken, die ohne Ihre Lösung entstehen könnten.

Ein Beispiel: Statt zu sagen «Stellen Sie sich vor, wie erfolgreich Ihr Vertrieb mit unserem Training sein wird», sagen Sie: «Ohne ein strukturiertes Training riskieren Sie, dass neue Mitarbeitende bis zu sechs Monate brauchen, um produktiv zu werden. Unsere Lösung reduziert dieses Risiko signifikant.»

Das ist angewandte Verkaufspsychologie in der Praxis. Und sie funktioniert.

Sie verkaufen nicht an, sondern durch: Die interne Verkaufskette

Einer der grössten Fehler im B2B-Konzernverkauf ist die Annahme, dass das Gespräch mit dem Einkäufer ausreicht. In Wahrheit ist das erst der Anfang.

Ihr Gegenüber muss Ihr Angebot intern weiterverkaufen. An den Fachbereich, an die Geschäftsleitung, manchmal an ein Gremium. Stellen Sie sich also die Frage: Was braucht mein Gegenüber, um gut auszusehen, wenn er das intern verteidigt?

Das ist ein Game-Changer. Plötzlich sind Sie nicht mehr Gegner, sondern Partner. Sie helfen dem Einkäufer, erfolgreich zu sein.

Konkrete Hilfestellungen für den internen Verkauf

Erstellen Sie eine Executive Summary, die Ihr Gegenüber direkt an die Entscheider weitergeben kann. Ein bis zwei Seiten, auf den Punkt gebracht, mit den wichtigsten Zahlen und Argumenten.

Bieten Sie an, bei Präsentationen zu unterstützen. Manchmal reicht schon die Bereitschaft, bei Rückfragen zur Verfügung zu stehen.

Fragen Sie direkt: «Was brauchen Sie von mir, um das intern gut verkaufen zu können?» Diese Frage zeigt, dass Sie verstehen, wie das System funktioniert. Und sie macht Sie zum Verbündeten.

Die persönliche Ebene: Auch Einkäufer sind Menschen

Bei all den Strategien und Techniken dürfen wir eines nicht vergessen: Auch Konzern-Einkäufer sind Menschen. Sie haben Ziele, Ängste, persönliche Präferenzen.

Manchmal hilft es, innerlich einen Schritt zurückzugehen und sich zu sagen: «Es ist nicht persönlich. Es ist einfach ihre Rolle.» Diese mentale Distanz nimmt den Druck aus dem Gespräch und erlaubt Ihnen, professioneller zu agieren.

Gleichzeitig sollten Sie versuchen, die persönliche Ebene zu finden. Ein ehrliches Interesse am Menschen, nicht nur an der Funktion. Das kann ein gemeinsames Hobby sein, eine geteilte Herausforderung oder einfach ein authentisches Gespräch über die Realität im Konzernalltag.

Ich erinnere mich an ein Gespräch, das komplett kippte, als ich den Einkäufer nach seiner Einschätzung zur Digitalisierung fragte. Plötzlich öffnete er sich, erzählte von seinen Frustrationen mit alten Systemen, und wir hatten ein echtes Gespräch. Der Auftrag kam zwei Wochen später.

Die richtige Vorbereitung: Mehr als nur Recherche

Vorbereitung auf Konzern-Gespräche bedeutet heute mehr als nur die Firmenwebseite zu lesen. Nutzen Sie moderne Tools wie ChatGPT oder Perplexity, um sich fokussiert vorzubereiten.

Ich habe mir dafür eine eigene Prompt-Vorlage gebaut, die mir in drei Minuten ein gutes Gefühl für mein Gegenüber gibt. Sie konzentriert sich auf vier Bereiche:

Erstens: Die grössten Herausforderungen der Branche. Was bewegt die Industrie gerade?

Zweitens: Aktuelle Entwicklungen in der Firma. Gibt es neue Produkte, Expansionen, Führungswechsel?

Drittens: Die typischen Aufgaben und Ziele der Rolle. Was beschäftigt einen Einkaufsleiter in dieser Branche?

Viertens: Gemeinsamkeiten entdecken. Gleiche Region? Gemeinsame Kontakte? Geteilte Interessen?

Diese Vorbereitung gibt Ihnen nicht nur Informationen, sie gibt Ihnen Sicherheit. Und Sicherheit übersetzt sich in Souveränität im Gespräch.

Der Deal trotz allem: Authentizität siegt

Zurück zu meiner Geschichte vom Anfang. Der Einkäufer, der mir fast den Kaffeerahm verweigert hätte, wurde tatsächlich zum Kunden. Aber nicht beim ersten Gespräch.

Beim zweiten Treffen brachte ich ihm besseren Kaffee mit. Ein kleiner Gag, aber er zeigte: Ich hatte zugehört, ich hatte verstanden, und ich nahm die Situation mit Humor. Das brach das Eis.

Der Deal kam zustande, weil ich authentisch blieb, die Zahlen lieferte und ihm half, intern gut auszusehen. Nicht trotz seiner harten Verhandlungsführung, sondern weil ich sie verstand und respektierte.

Fazit: Konzern-Einkäufer sind keine Gegner

Konzern-Einkäufer zu überzeugen ist eine Kunst. Es erfordert strategisches Denken, psychologisches Verständnis und die Fähigkeit, in Systemen zu denken. Aber es ist machbar.

Die wichtigsten Erkenntnisse noch einmal:

Sie verkaufen nicht an den Menschen, sondern durch ihn in ein System. Sprechen Sie die Sprache der Zahlen und liefern Sie belastbare Fakten. Halten Sie Ihren Frame, ohne aggressiv zu werden. Erkennen Sie Denkmuster und passen Sie Ihre Argumentation an. Helfen Sie Ihrem Gegenüber, intern erfolgreich zu sein. Und bleiben Sie authentisch, auch wenn es hart wird.

Wie gehen Sie mit Konzern-Einkäufern um? Haben Sie eine gute Story oder einen Learning-Moment? Ich bin gespannt auf Ihre Erfahrungen.

Saludos und denken Sie dran: Der härteste Verhandlungspartner kann Ihr bester Partner werden, wenn Sie verstehen, wie er tickt!

Marcus


Marcus Selzer
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20 Jahre B2B-Vertrieb | Top 100 Keynote Speaker | KI-Enthusiast | Bestsellerautor